Nach­denk­li­ches zur Debat­te um das Pel­ler­haus in Nürnberg

Nach­denk­li­ches zur Debat­te um das Pel­ler­haus in Nürnberg

Es ist heu­te beliebt, die staat­li­che Siche­rung öffent­li­cher Belan­ge als „bür­ger­fern“ in Fra­ge zu stel­len. Ohne es zu wol­len, öff­net man damit auch noch den Bereich des kul­tu­rel­len Erbes einem neo­li­be­ra­len Den­ken, das nicht vom Schutz des Bedürf­ti­gen (wozu es auto­ri­sier­ter Insti­tu­tio­nen bedarf), son­dern vom „dyna­mi­schen Wan­del“ im Inter­es­se der jeweils Stärks­ten oder Belieb­tes­ten geprägt ist. Buch­lä­den, Bie­nen, Bau­denk­ma­le und man­ches mehr – sie wer­den wei­ter ver­lo­ren gehen, wenn Schutz oder För­de­rung schwä­cheln. Es wäre aber zu wenig, wenn nur ein paar gro­ße oder beson­ders attrak­ti­ve Exem­pla­re übrig blieben.

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Das „ech­te Alte“ neben dem „ech­ten Neuen“

Das „ech­te Alte“ neben dem „ech­ten Neuen“

Dr. Bernd Voll­mar, Kunst­his­to­ri­ker und Denk­mal­pfle­ger, Auf­satz in der Schö­ne­ren Hei­mat, Heft des Bay­er. Lan­des­ver­ein für Heimatpflege

Der Bau­be­stand des neu­en Pel­ler-Hau­ses ist eine bewuss­te und pro­gram­ma­ti­sche Neu­schöp­fung der Nach­kriegs­zeit und steht seit 1997 unter Denk­mal­schutz. Dem­zu­fol­ge ist im kon­kre­ten Fall dem vor­her ange­führ­ten Bekennt­nis ein zwei­tes hin­zu­zu­fü­gen: „Was da ist, ist da!“ „Weg“ ist der dem Bom­ben­ha­gel des Zwei­ten Welt­krie­ges zum Opfer gefal­le­ne Bau­be­stand der Zeit um 1600. „Da“ ist der nicht his­to­ri­sie­ren­de, nicht rekon­stru­ie­ren­de Wie­der­auf­bau, des­sen Archi­tek­tur­spra­che auf höchst anspruchs­vol­le Wei­se die Ent­ste­hungs­zeit in den 1950er Jah­ren widerspiegelt.

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